Apocalypsis I

 

Rom, Mai 2011. Der Papst ist urplötzlich zurück getreten und spurlos verschwunden. Gleichzeitig werden Gerüchte um eine Prophezeiung laut, die den Untergang der Kirche vorhersagt. Hat der Rücktritt von Johannes Paul III mit dieser Prophezeiung zu tun? Peter Adam, ein Journalist, soll über diese Sensation berichten. Dann werden die engsten Vertrauten des ehemaligen Papstes ermordet aufgefunden, einige Kardinäle und scheinbar unbeteiligte Menschen werden ebenfalls Opfer eines mysteriösen Mörders. Plötzlich steht Peter bei seinen Nachforschungen mehr als gewollt im Mittelpunkt des Geschehens, denn man verdächtigt ihn der Morde. Unerwartete Hilfe erfährt er von Pater Luigi Gattuso, dem Exorzisten des Vatikans, und der Nonne Maria. Sie begeben sich auf die Suche nach Johannes Paul III und stoßen auf einen geheimen Orden, der schon seit Jahrhunderten gegen die Kirche arbeitet, die sogenannten „Träger des Lichts“.

 

Das Buch ist diverse Kapitel unterteilt, die wiederum Unterkapitel haben. Dies resultiert in häufige Szenenwechsel und immer wieder Rückblicke, die nach und nach auf die Lösung des Ganzen hinführen. Zu Beginn erscheinen gerade die Rückblicke eher unwichtig, doch das täuscht. Die Hauptpersonen der Story sind sehr gut dargestellt, doch mit dem Protagonisten Peter Adam wurde ich so gar nicht warm.

 

Auch waren mir persönlich die vielen unterschiedlichen Beteiligten zu viel. So wurden Geheimbünde wie die Träger des Lichts, der Opus Dei, der Mossad und das CIA zusammen gemischt. Auch die Templer dürfen natürlich nicht fehlen und zum guten Schluss kommen dann noch Persönlichkeiten wie Aleister Crowley zu Worte. Gekrönt wird das Ganze noch von immer wieder kehrenden Visionen von Peter und Maria. Und – nicht zu vergessen – der ein oder andere Charakter spricht natürlich auch die Sprache der Engel und Dämonen fließend. Ein paar lose Enden bzw. Ungereimtheiten hätte ich auch noch zu bemängeln, aber die lösen sich dann vielleicht im nächsten Teil noch auf.

 

Wenn man sich darauf einlassen kann, verspricht „Apocalypsis“ ein sehr spannendes Lesevergnügen. Mario Giordano hat einen sehr temporeichen Erzählstil und schafft es, mit kleineren Cliffhängern am Ende der Kapitel die Spannung immer aufrecht zu erhalten. Zum Ende des Buches hin ging es nochmal richtig rasant zur Sache, um dann mit einigen offenen Fragen zu enden.

 

„Apocalypsis“ wurde ursprünglich als eine Art Fortsetzungsroman als e-book konzipiert, der wohl in drei „Staffeln“ aufgeteilt ist. Staffel 1 wurde nun mit „Apocalpysis I“ als Taschenbuch verlegt. Die Fortsetzung ist als e-book schon erhältlich, auf die Buchausgabe muss man noch bis 2013 warten. Auch wenn ich mich stellenweise mit dem Buch schwer getan habe, bin ich neugierig auf die Fortsetzung.

 

Juli 2013

Bastei Lübbe, ISBN: 978-3404166534

Taschenbuch, 624 Seiten

VÖ: März 2012